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Meine lieben Freunde der guten Küche, vor ein paar Wochen habe ich meine grosse, helle Altstadtwohnung im Herzen von Winterthur gegen ein kleines, blaugraues Studentenzimmer im Nordwesten von London getauscht. Ich war gut vorbereitet, wusste genau, wo mein Campus liegt, hatte genug britische Pfund für eine Woche und Energie für die ganzen drei Monate.

Startschwierigkeiten und leeres Portemonnaie

In Tat und Wahrheit verlief aber alles ganz anders als geplant. Trotz Uber-Fahrer und maps.me-App brauchte ich drei Anläufe, bis ich die Campus-Einfahrt überhaupt zu Gesicht bekam. Voller Zuversicht sagte ich dem Uber-Fahrer, er könne mich gleich beim ersten University-of-Westminster-Gebäude rauslassen, die Halls seien sicher nicht mehr weit. Ohne den leisesten Hauch einer Ahnung stiefelte ich mit Sack und Pack durch die 600 Zimmer grosse Anlage, bis ich nach einer gefühlten Stunde abgekämpfte Eltern erspähte, die ihren Kindern halfen, ihr Studi-Zimmer zu beziehen. Mein dickes Portemonnaie, das für sieben Tage reichen sollte, war innert drei Tagen abgemagert, und das nicht etwa für schöne, neue Kleider, sondern für alltägliche Anschaffungen wie Fixleintuch, Bettdecke, Badematte, Besteck, Pfannen und Toilettenpapier. Und meine Energie? Die hat schon nach dem ersten Tag das Weite gesucht und verbringt zusammen mit meinem Tatendrang ein paar schöne Wochen auf Fiji.

Auf der Suche nach laktosefreiem Jogurt

Die grösste Umstellung war es aber, mein klar strukturiertes Studentenleben mit zweitägigem Wochenende durch ein wirres Durcheinander mit fünftätigem Wochenende zu tauschen. Auf kürzeren Reisen oder Ferien sehnte ich mich bisher noch nie nach Beständigkeit, will man aber für mehr als drei Monate sein Leben an einem anderen Ort aufbauen, ist Routine ein wichtiges Gut. Und auch die einfachsten heimischen Abläufe können im Ausland zu einer "Mission Impossible" werden. In Winterthur bewege ich mich blindlings im Supermarkt zwischen Kühlschrank und Regal hin und her und bin innert wenigen Minuten mit meinen laktosefreien Nature-Jogurts, der laktosefreien Milch und meinem laktosefreien Quark zu Hause. Hier brauchte ich mehr als zehn Tage und drei Leerläufe in den verschiedensten Supermärkten, bis ich endlich im "Waitrose" ein laktosefreies Jogurt entdeckte. God save the Queen.

Brunchen auf neuem Niveau

Auch wenn das Ankommen in London doch weitaus schwieriger war als gedacht, entdeckte ich durchaus auch sehr viele schöne Seiten. Anstelle eines Spaziergangs im Vögelipärkli in Winterthur mit seinen 14'054m² geniesse ich hier eine wunderbare Wanderung im hundertmal grösseren Hyde Park. London hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt, ist mittlerweile gar ein Foodie-Paradies geworden. Auf jeder Menükarte findet man vegetarische, vegane, laktosefreie und sogar glutenfreie Alternativen. Und auch die Zmorge-Auswahl ist beeindruckend. So sehr ich Butterzopf, Konfi, Käse und Aufschnitt auch schätze, so anders und doch so lecker sind Scones, Avocado-Toast, Poached Eggs und French Toast. Und eine meiner liebsten Beschäftigungen: Afternoon Tea. Als bekennender Tee-Fan ist der Afternoon Tea mit Scones, Clotted Cream, Jam, Cakes und Finger-Sandwiches natürlich mehr Kür als Pflicht. In Zukunft hat das britische Teebrötchen auf alle Fälle einen festen Platz bei mir am Zmorge-Tisch.

Wie ihr hier lesen könnt, mussten viele anfängliche Hürden gemeistert werden, doch schlussendlich zahlte es sich aus. Das Entdecken dieser kulinarischen Londoner Vielfalt öffnete mir die Tür zu vielen tollen neuen Ideen, um meine eigene Foodie-Welt ein weiteres Stückchen zu erweitern. Euch dies zu zeigen, darauf freue ich mich jetzt schon.

Auf bald,

Euer Fräulein Laktosefrei

Übrigens: Wenn ihr euch über Laktoseintoleranz und gut verträgliche Milchprodukte informieren wollt, findet ihr hier gute Informationen.

Und hier gehts zu zwei tollen Rezepten für den Afternoon Tea und den Sonntagsbrunch: laktosefreie Scones und laktosefreier Zopf.

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