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Fit von der Alp zurückgekehrt

Unsere Kühe sind Anfang Oktober nach 110 Tagen auf der Alp auf den Heimbetrieb zurückgekehrt. Sie sind wohlauf, auch wenn sie einiges aufzuholen haben. Aufgrund des trockenen Sommers war das Gras in den Alpen teilweise knapp. Die letzten paar Wochen mussten unsere Kühe deshalb weitere Strecken gehen, um ihren Futterbedarf zu decken.

Obwohl sie dadurch ihre Fitness und Robustheit trainiert haben, geniessen sie jetzt die volle Futterkrippe und das saftige Gras auf den Herbstweiden. Nun können sie ihre Reserven auftanken und sich auf die bevorstehenden Kälbergeburten vorbereiten. Dieses Jahr hat von März bis Mai ein Stier bei der Herde gelebt und eifrig für Nachwuchs gesorgt. Die Tragzeit dauert neun Monate und zehn Tage. Das erste Kalb erwarten wir am 3. Januar2019.

Die Kinderstube ist vorbreitet

Nach und nach werden die Kühe in der Abkalbebox ihre Kälber gebären. Dieses Stallabteil ist für kalbende Kühe und Kühe mit frischgeborenen Kälbern reserviert. Ein grosser eingestreuter Liegebereich bietet den Kühen vor der Geburt mehr als genug Platz, um sich in Ruhe vorbereiten zu können. Die Kuh verändert häufig ihre Liegeposition und sucht sich einen geeigneten Platz im Stroh. Wenn das Kalb einmal da ist, können sich Kuh und Kalb in Ruhe und ungestört kennenlernen. Das Ablecken direkt nach der Geburt ist wichtig, damit sich beide später am Körpergeruch erkennen können. Auch für die meist etwas unbeholfenen Stehversuche und das mehrfache Umkippen der kleinen Kälber bietet die Abkalbebox Schutz und Ruhe.

Schlaflose Nächte für mich

Eine spannende, freudige, aber auch teilweise schlaflose Zeit steht bevor. Die meisten Kälber werden bei uns nämlich in der Nacht oder in den frühen Morgenstunden geboren, wenn die Kühe die Liegeboxen aufsuchen und es in den Stallgängen ruhig wird. Von Natur aus suchen sich Kühe zum Kalben einen ruhigen, etwas von der Herde abgesonderten Platz. Nur wenige Minuten nach der Geburt versucht das Kalb aufzustehen, und bald kann es auch schon gehen. Nach ein paar Stunden integriert sich die Kuh wieder in die Herde, wo das neugeborene Kalb gründlich von den anderen Herdenmitgliedern beschnuppert wird.

Sanfte Gewöhnung an den neuen Menüplan

Die Futterumstellung von 100 Prozent Gras während der Sommermonate auf die Winterfütterung erleichtern wir unseren Kühen dadurch, dass wir den Menüplan langsam anpassen. Seit sie wieder bei uns auf dem Heimbetrieb sind, verweilen sie tagsüber auf der Weide. Die Herde geniesst die wärmenden Sonnenstrahlen, und nicht selten liegen die Tiere mit allen vier Beinen ausgestreckt am Boden, als wären sie im Winterschlaf. Fängt es an zu dämmern, reicht ein Pfeifen Richtung Weide, und die ganze Herde versammelt sich vor dem Ausgangstor. Die Kühe wissen, dass im Stall Emd (das Heu aus dem zweiten Grasschnitt) und Maissilage auf sie wartet. Die Kälber erhalten zudem etwas Kraftfutter, was sie besonders gerne fressen. Das Kraftfutter erhalten sie nur im Herbst, damit sie das etwas langsamere Wachstum durch den sportlichen Sommer auf der Alp kompensieren können.

Im Winter steht eine spannende, freudige, aber teilweise auch schlaflose Zeit bevor.

Wenn im Spätherbst das Gras auf den Weiden nicht mehr wächst und es häufig regnet, bleibt die Herde im Stall. Je näher der Winter naht, desto seltener werden die Weidetage. Wenn der erste Schnee kommt, geht die Herde nur noch zum Austoben auf die Weiden. Denn Gras können sie auf den Weiden nicht mehr fressen, die Winterfütterung beginnt. Im Winter ist es wichtig, dass der Boden auf den Weiden gefroren ist, um Trittschäden zu vermeiden. Nur so wächst das Gras im Frühjahr wieder.

Das Weidegras wird durch konservierte Futtermittel (Heu, Emd und Silage) abgelöst, bis die Kühe im Frühjahr wieder weiden können. Im Winter frisst eine ausgewachsene Kuh bei uns pro Tag etwa 12 Kilogramm Heu oder Emd, 8 Kilogramm Grassilage und 5 Kilogramm Maissilage. Das Futter verteilen wir meist auf zwei Mahlzeiten. Dazwischen liegt immer etwas Emd in der Futterkrippe. So kommen auch rangniedere Kühe auf ihre Rechnung, während die ranghöheren Kühe beispielsweise liegen oder im Laufhof eine Wellnessmassage unter der Viehbürste geniessen.

Die Kälbergruppe gut im Auge behalten

Die Kälber, die auf der Alp waren, gewöhnen sich langsam wieder an uns. Da sie auf den weiten Alpweiden ausser dem Hirten selten mit Menschen in Kontakt kamen, waren sie anfänglich sehr scheu. Bleibt man beim Misten im Laufhof einmal stehen, wagen es aber schnell einmal ein paar Mutige in die Nähe. Dann werden zuerst die Stiefel erkundet, und bald wird auch mal an der Jacke gezogen. Ein ruhiger Umgang mit den Tieren, die sich auch berühren und streicheln lassen, ist auch dann sehr wertvoll, wenn ein Tier einmal behandelt werden muss. Die Übergangszeit im Herbst mit warmen Tagen und kalten Nächten birgt nämlich die Gefahr von Husten und Lungenentzündungen. Darauf achten wir im Moment speziell.

Mit dem Spätherbst kehrt auch auf den Feldern Ruhe ein. Der Mais wurde geerntet und in Siloballen abgepackt. Nach der Maisernte kehren wir den Boden jeweils mit dem Pflug und bereiten mit der Bodenfräse ein feines Saatbeet für die Getreidesaat vor. Dieses Jahr bauen wir zum ersten Mal Roggen an. Die zarten Pflänzchen sind heute fausthoch und bilden vor allem Blattmasse. Erst nach dem Überwintern im Frühjahr werden sie in die Höhe wachsen und mehrere Triebe bilden. Roggen hat eine hohe Winterfestigkeit und erträgt Temperaturen bis -25°C. Wir sind gespannt, wie der Roggen sich auf unseren Böden entwickeln wird. Nebst dem Roggen haben wir auch dieses Jahr Urdinkel angesät, der auch freudig wächst.

Carlos M.
27. Nov 2018
Freudiges Wachstum

Hoi Fanny,
Woran erkennst Du, dass der Roggen freudig wächst?
Viele Grüsse aus Nepal, Carlos

StadtLand-Redaktion

Lieber Carlos
Dass der Standort (Boden, Lage) und die weiteren Umstände (wie etwa die Witterung) dem Roggenwachstum förderlich sind, erkennt man primär daran, dass er wie erwartet spriesst. Die Formulierung „freudig wachsen“ in Bezug auf Roggen ist natürlich nicht ganz korrekt. Eine Formulierung wie „gedeiht prächtig“ ist sicher stimmiger.
Herzliche Grüsse nach Nepal, Fanny

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