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6:00 Uhr in der Früh. Gemeinsam mit Nadja Santschi begebe ich mich im Dunkeln auf die Suche nach den Kühen. Im Hochsommer beginnt der Älplertag bereits um 5:15 Uhr und die Kühe stehen meist mit prall gefüllten Eutern beim Stalleingang bereit. Jetzt aber, in den letzten Wochen des Alpsommers, gibt das Gras nicht mehr so viel her und dementsprechend marschieren wir bis zum hintersten Weidezipfel. Eine halbe Stunde später haben Colette, Xenia, Charlene und die "Miss Site Alp" 2017 Dunja ihren Platz im Stall gefunden. Zur Miss gekürt wird die pflegeleichteste Kuh - „die Liebste im Stall“, lacht Nadja.

Melken im Morgenrot

SO sieht also eine Käserei aus!

Später, nachdem alle Kühe gemolken und zurück auf den Alpweiden sind, setzen wir uns an den gedeckten Frühstückstisch im Stübli. Von hier haben wir durch eine Glasscheibe direkten Einblick in die grosszügige Käserei. Die Site Alp ist ein moderner Betrieb, was bei Freunden und Alpbesuchern manchmal zu Irritationen führt. Sie werde öfters gefragt, ob das überhaupt noch eine Alp sei, erzählt mir Nadja beim Frühstück und ergänzt: „wobei – jeder, der ein, zwei Tage hier oben verbringt, weiss den Komfort der Dusche zu schätzen.“ Für Simon Santschi ist es die zehnte Alpsaison, für Nadja die achte. Das junge Älplerpaar setzt sich für die Tradition der Alpkäsereien ein, scheut sich aber gleichzeitig nicht vor Innovationen.

Das schmeckt: Frühstück mit hauseigenen Alpprodukten

Butter, Jogurt, Ziger, Mutschli, Hobelkäse und Berner Alpkäse: Mit Ausnahme des Brots sind auf dem Frühstückstisch nur hauseigene Alpprodukte aufgetischt und ich lange zünftig zu. Dass es sich dabei um in Handarbeit hergestellte natürliche Produkte handelt, zeigt mir Nadja am Beispiel der Alpbutter. Während des Bergfrühlings hat diese dank dem zahlreich wachsenden Löwenzahn einen intensiven Gelbstich. Während ich noch vom Mokka-Alp-Jogurt – einem der Bestseller der Site-Alp – probiere, erhitzt Simon hinter dem Glasfenster bereits die Milch in einem der beiden grossen Kupferkessi. Während die Herstellung des Berner Alpkäses nach Pflichtenheft erfolgt, lässt die Produktion des Alp-Raclettes mehr Spielraum zu. Hinten im Käsekeller lagert der frisch gepresste Käse vom Vortag für 24 Stunden im Salzbad. Dieses verleiht dem Käse den würzigen Gout. Danach müssen die Laibe täglich "geschmiert" werden.

In Handarbeit hergestellter Käse

Käsen: Aus Rahm mach Butter mach Ziger

Sobald Simon und sein Helfer Piotr den Käse vom Kessi in die Presse gehievt haben, gehts ans Jogurt machen. Die Jogurts gehören mit zu den am meisten nachgefragten Produkten der Site Alp, und manch ein Talbewohner nimmt dafür extra die Fahrt auf die Alp in Kauf. Santschis legen Wert auf einen geschlossenen Produktionskreislauf. So stellen sie aus dem anfallenden Rahm Butter her und verarbeiten einen Teil der Molke zu frischem Ziger. Der Rest der Schotte wird an 100 Alpschweine verfüttert, die den Sommer ebenfalls auf der Site Alp verbringen. Die Schweine graben einen Teil der Alpweiden jeweils so gnadenlos um, dass Nadja öfters gefragt wird, ob das ein Kartoffelfeld sei.

Lieblingsprodukt: Jogurt von der Alp

Höchste Punktzahl für den Alpkäse?

Während sie jetzt am Saisonende darauf hinfiebern, dass Simons Alpkäse zum zehnten Mal in Folge mit der höchsten Punktezahl taxiert wird, schwirren dem jungen Paar zig Ideen durch den Kopf. „Ein Weichkäse würde das Käseplättli komplettieren“, meint Nadja, und Simon ergänzt: „An der Umsetzung muss ich noch tüfteln.“ Denn es ist für jeden Käser eine besondere Herausforderung, dass sich ein schön weisser Schimmelbelag entwickelt. Ich bin gespannt, was sich die beiden auf die nächste Saison einfallen lassen.

Info

Ein Käse darf sich nur "Alpkäse" nennen, wenn die Milchproduktion und die Verkäsung auf der Alp stattfinden.

Hier gehts zur Site Alp.

Der Site Alp-Blog.

Lust auf köstliche Käse-Rezepte?

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