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Was war ich unwissend, bevor wir die Apfelbäume hatten! In meinem Stadtleben von einst erstand ich mir meine Äpfel, ohne gross nachzudenken: Im Supermarkt legte ich jeweils die schönsten, knackigsten Exemplare auf die Waagschale. Kaufen, abwaschen, reinbeissen, und schon spritzte ihr süss-säuerlicher Saft erfrischend auf den Gaumen. So einfach war das. Dabei wusste ich: Diese kleinen Kraftpakete sind nicht nur lecker, sie sind auch gesund und machen erst noch schlank. Genuss ohne schlechtes Gewissen, ohne Aufwand!

Plötzlich Apfelbaum-Besitzerin

Dann zogen wir aufs Land, in ein Haus mit Garten. Darin stehen sechs alte, knorrige Hochstamm-Apfelbäume. Irgendwie romantisch, dachte ich erst, da können die Kinder sogar auf Bäume klettern. Wir Eltern stellten uns vor, wie wir im Herbst jeweils im Familien-Teamwork die Ernte einholen und jede Menge Apfelkuchen backen würden: hausgemacht, bio und super-regional.

Dann kam mein Reality-Check: So ein Apfelbaum verlangt viel Pflege und Arbeit. Seine Äste müssen jährlich zurückgeschnitten werden. Das kostet Zeit - oder Geld für den Gärtner. Und die Ernte ist kein Schleck, zumal sich die helfenden Kinder nach einer halben Stunde an ihre iPads zurückschleichen. Man kraxelt die Leiter endlos hoch und runter, füllt Kiste um Kiste, wird von Ästen verkratzt, trägt Berge von faulem Fallobst zum Kompost, stets bedroht von erbosten Wespen.

Apfelernte: Was tun mit 300kg Äpfeln?

Wir verschenken sie jeden Herbst an Freunde und Nachbarn, kochen Apfelkonfi für die nächsten Jahre ein und trocknen so viele Ringe, dass die Stromrechnung in die Höhe schnellt. Die Teeny-Tochter mixt sich trendige Smoothies, die Nachbarin kocht damit Curry, ich mische sie in den indischen Linsen-Dal und mache Fenchel-Apfel-Salat. Meine Mutter stopft sie mit getrockneten Pflaumen in ihren Entenbraten. Ob süss, sauer oder mild, der Apfel ist ein Tausendsassa: Man kann ihn sehr vielseitig einsetzen.

Äpfel sind vielseitig einsetzbar

Ab jedem Herbst duftet unser Haus also wunderbar nach Apfel, Zimt und Koriander, nach Wähen und Kuchen - so sehr, so lange, bis man es nicht mehr riechen mag...! Wir sind beim Übermass angelangt. Was nützt es jetzt noch, wenn ich meinen Töchtern vorrechne, dass jeder Apfel 30 Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente enthält? Kinder, hört mal her, mit jedem Bissen nehmt ihr Provitamin A, Vitamin B1, B2 und B6, Vitamin C, Vitamin E, Niacin und Folsäure zu euch... Und hier noch ein Apfel für die Schulpause: Sein Fruchtzucker liefert euch schnell wieder neue Energie! Die Kinder verdrehen die Augen, greifen zur Chips-Packung. 

Wir geben uns geschlagen, setzen auf Plan B und schleppen die übrig gebliebenen Äpfel zur Mosterei. Dort erfahren wir, was eine grosse Kiste Äpfel wert ist: ein paar Flaschen Most oder einige wenige Franken. Mehr nicht. So wenig Lohn für so viel Arbeit!? Bauern veranschlagen 630 Stunden Arbeit für eine Hektare Äpfel. Dabei machen ihre Arbeitskosten etwa die Hälfte der Produktionskosten aus. Mostobstproduzenten müssen gut kalkulieren.

Was der Schweizer Apfel wirklich ist

Er ist ein Luxusprodukt "made in Switzerland", in dem nebst all seinen Inhaltsstoffen noch mehr steckt: jede Menge Arbeit - und ja: Liebe! Denn ein Bauer, der diese Frucht nicht liebt, macht sich kaum freiwillig so viel Mühe. Vielleicht ist der Apfel auch deshalb die beliebteste Frucht der Schweizer?

«Knackige Schweizer Äpfel gibts das ganze Jahr über, dank ausgeklügelter Lagertechnik und Nacherntelogistik.»

 

Heute kann ich es aus Erfahrung sagen: Liebe Schweizer Bäuerinnen, liebe Schweizer Bauern, danke, dass ihr so viele (2016 waren es etwas über 136‛000 Tonnen!) Äpfel für uns produziert - und das erst noch das ganze Jahr über: Denn die Lagertechnik für die Schweizer Äpfel wurde in den letzten Jahren revolutioniert. Dank ihr und einer komplexen Nacherntelogistik werden wir Konsumenten ganzjährig mit frischen Äpfeln versorgt. Dafür sorgen 900 Obstbaubetriebe im Land.

Gut so! Denn kaum ist unser heimisches Übermass vergangen, freue ich mich schon wieder auf neue, frische Äpfel im Supermarkt. Kaufen, reinbeissen, in Gedanken für alle Mühe danken - und geniessen. So einfach ist das.

Weitere Informationen zu Schweizer Äpfeln und weiterem feinen Schweizer Obst.

Auch StadtLand-Bloggerin Miri ist ein grosser Apfel-Fan. Sie verarbeitet sie zum Beispiel zu himmlischen Apfel-Zimtschnecken.

Äpfel lassen sich während des ganzen Jahres zu vielen wunderbaren Kuchen, Desserts oder Aufläufen verarbeiten. Viel Spass beim Stöbern durch unsere Apfel-Rezeptsammlung.

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