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Meine lieben Freunde der guten Küche: Die Zeit in London vergeht wie im Flug. Ich habe bei Muriel’s Kitchen im Akkord Scones verzehrt, im Triyoga Studio im Kingly Court die Kobra gemacht, einen Cider im Green Man Pub getrunken und Dumplings von halb Chinatown probiert. Zeit, Bilanz zu ziehen!

Laktosefrei in London? Kein Problem!

Dass London weit mehr bietet als "English Breakfast", wird spätestens dann klar, wenn man in einem der hippen Restaurants die Frühstückskarte vor die Nase gesetzt bekommt. Von Porridge mit karamellisierten Früchten zu sautierten Wildpilzen mit pochiertem Ei bis hin zu French Toast mit Banane und Kokosnuss-Schlagrahm ist für jeden etwas zu finden. Und auch die Qualität überzeugt jedes Mal. Das Klischee, dass Engländer nicht kochen können, kann ich absolut nicht bestätigen! Die Londoner kochen frisch und kreativ, und die Inneneinrichtung ist genauso hip wie die Gerichte, die serviert werden. Was ich besonders schätze, ist der kleine Zusatz bei fast jeder Karte: „Many of our dishes can be prepared to suit your health requirements - just ask the team.“ Lactose-free? No Problem! Gluten-free? Absolutely! Intolerante Menschen, wie ich es einer bin, haben es in London bedeutend einfacher.

Am Sonntagabend ein Familien-Raclette

Wenn mein Leben nur aus Essen bestünde, würde ich glatt nach London ziehen. In Tat und Wahrheit gehören aber natürlich noch bedeutend wichtigere Dinge dazu wie Familie und Freunde. Und die bekommt man hier in London leider nicht an jeder Ecke. Gerade jetzt - es ist kalt und grau - wünsche ich mir an einem Sonntagabend nichts mehr als ein herzhaftes Raclette mit meinen Liebsten! Wenn sich alle pünktlich wie ein Schweizer Uhrwerk um 19.00 Uhr an den grossen Tisch setzen und die erste Scheibe Käse in den Raclette-Ofen schieben, geht bei mir das Herz und bald auch der Hosenknopf auf. Das Raclette-Essen zähle ich sogar zu einer meiner Lieblingsbeschäftigungen an kalten Wintertagen, da man bei diesem Gericht auch wirklich Zeit füreinander hat. Bei vielen anderen Menüs verbringt der Gastgeber die Hälfte des Abends in der Küche, und das ist nur wirklich lustig, wenn man den Koch nicht mag. Aber dann stellt sich wiederum die Frage, wieso man die Einladung überhaupt angenommen hat.

Fondue und Raclette sind laktosefrei

Raclette  ist ein Crowdpleaser. Und es hat einen weiteren Vorteil: Raclettekäse ist laktosefrei! Mit diesem Fakt bringe ich auch heute noch viele zum Staunen. Fondue übrigens genauso. Falls ihr euch jetzt fragt, wieso ihr dann nach einem üppigen Fondueabend Bauchschmerzen habt: Das liegt vermutlich einfach daran, dass heisser, geschmolzener Käse schwer verdaulich ist. Tatsache ist nämlich: Raclette ist ein Halbhartkäse, und dieser ist genauso wie der Hartkäse im Fondue von Natur aus laktosefrei. Cool, oder? Wie das genau geschieht: Beim Käsen wird die Molke und damit ein Grossteil des Milchzuckers abgetrennt. Während der Käsereifung verbrauchen die eingesetzten Bakterien dann den restlichen Milchzucker. Ich glaube, deshalb finde ich Raclette auch so herrlich unkompliziert. Jeder kann seinen Lieblingskäse wählen, und obendrauf gibt’s Toppings nach Wahl. Meine Lieblinge sind übrigens geräucherter und Pfefferkäse. Dazu ein paar Rugeli Lauch und Speckstreifen, während auf dem Teller bereits Cherry-Tomaten, Kartoffeln und Cornichons auf die heisse Scheibe warten. Beim Fondue ist mein Geheimtipp, Bier anstelle von Weisswein zu wählen. Es schlägt nicht so sehr auf den Magen wie die Säure des Weins und ist aromatischer.

Sobald ich am 15. Dezember wieder zu Hause bin, ist mein Food-Programm bis zur Weihnachtszeit schon gesetzt: Fondue und Raclette bis zum Abwinken. Ich hoffe schwer, dass auch meine Familie diesen Post liest. Falls ja: Mami, ich hätt denn gern es Moitié-Moitié-Fondue wenni heichum, danke! Euch wünsche ich bereits heute gutes Brot-Tünkeln bzw. gutes Käse-Belegen.

Euer Fräulein Laktosefrei

Lust auf Abwechslung beim Fondue? Mit diesen Rezepten wird der Fondue-Plausch den ganzen Winter über nie langweilig.

Flavia L.
05. Dez 2017

Warum gibt es denn extra laktosefreien Raclette Käse?

StadtLand-Redaktion

Liebe Flavia

Das ist eine Frage der gesetzlich festgelegten Deklarationspflicht. In der Schweiz  - im Gegensatz zum Ausland - dürfen Produkte, die von Natur aus keine Laktose mehr enthalten, nicht als laktosefrei bezeichnet werden. Das zum Schutz der Konsumenten vor Täuschungen. Erlaubt ist jedoch die Bezeichnung „von Natur aus“ laktosefrei. Milch, Jogurts oder Frischkäse, die von Natur aus Milchzucker enthalten, dürfen jedoch als laktosefrei bezeichnet werden, wenn der Milchzucker entzogen und weniger als 0,1 g Laktose pro 100 g beträgt.

Raclette, Fonduemischungen und Sbrinz brauchen also eigentlich gar keine Auszeichnung.

Weil ausländische Käsesorten jedoch als laktosefrei bezeichnet werden dürfen, entsteht bei den Konsumenten leider der Eindruck, nur die mit ausdrücklich „laktosefrei“ auszeichneten Produkte seien für sie geeignet. Für Betroffene lohnt es sich deshalb, sich gut zu informieren. Auch ich machte zu Beginn meiner Intoleranz den Fehler, laktosefreien Parmesan zu kaufen. Dies wäre ja aber gar nicht nötig gewesen, da Parmesan als Extrahartkäse von natur aus laktosefrei ist.

Herzliche Grüsse aus dem nassen London.

Olivia

Zoje T.
04. Dez 2017

Wieder ein gelungener Post von Fräulein Laktosefrei! Ich liebe all deine Einträge und freue mich jedes Mal auf neue Posts von dir!

Viel Erfolg weiterhin!

StadtLand-Redaktion

Liebe Zoje
Vielen Dank für deine lieben Worte. Es freut mich sehr, dass dir meine Posts gefallen und du zu meinen regelmässigen Leserinnen gehörst.
Eine schöne Woche und herzliche Grüsse aus London.
Olivia

Marco W.
06. Dez 2017
Laktose?

Mir hat man in der Käserei gesagt, dass moitie-moitie mit Vacherin noch Laktose beinhalten kann, da Vacherin ein Halbhartkäse ist.

StadtLand-Redaktion

Lieber Marco

Vacherin ist ein Halbhartkäse und gilt als natürlicherweise laktosefrei. Es kann jedoch vorkommen, dass er ab und zu noch Spuren von Laktose enthält, abhängig von der Reifungszeit des Vacherins. Daher auch die Aussage in deiner Käserei, man wollte wohl auf Nummer Sicher gehen. Bei mir ist dies aber kein Problem, da ich mit einem kleinen Restgehalt Laktose gut umgehen kann. Die in der gesamten Moitié-Moitié-Fonduemischung vorhandene Laktose ist auf eine Portion berechnet vernachlässigbar. Am besten probierst du selber aus wie viel Laktose bei dir geht und ab wann es dir zu viel ist. Butter geht bei mir zum Beispiel auch erstaunlich gut.

Herzliche Grüsse aus dem verregneten London.

Olivia

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