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Der Menüplan von Schweizer Kühen variiert je nach Jahreszeit und Produktionsrichtung. Möglichst oft geniessen sie natürlich das frische Gras auf der Weide, daneben gibt es aber auch konserviertes Futter wie Heu, Emd (Heu aus dem zweiten Grasschnitt), Grassilage, Maissilage und Kraftfutter.

Weidegras – natürliches Topfutter

Aus einer Wiese lässt sich verschiedenes Futter produzieren. Ob als frisches Gras, getrocknet als Heu oder in Silofolie eingepackt als Silage, Wiesenfutter steht bei den Kühen ganz oben auf dem Menüplan. Frisches Gras gehört zu ihrem Lieblingsfutter. Es besteht zu 85 Prozent aus Wasser und ist darum besonders saftig. Um ihren Nährstoff- und Energiebedarf zu decken, fressen unsere Kühe im Sommer viel Gras direkt auf der Weide. Diese Art von Futter ist besonders kostengünstig, da die ganzen Produktionsschritte der Konservierung wegfallen. Die Tiere ernten ihr Futter selber. Es braucht keine Maschinen, um das Gras abzuschneiden oder auf den Heustock zu führen. Eine gute Weideinfrastruktur wie stabile Zäune, für die Tiere gut erreichbare Wassertränken und ein regelmässiges Abgrasen sind dabei das A und O, damit das Weiden funktioniert. Im Frühling sowie im Herbst bleibt unsere Herde 24 Stunden auf der Weide. Denn zu diesen Jahreszeiten wächst das Gras genug schnell und die Temperaturen sind für die Tiere optimal. Wenn dann noch eine Leckschale mit den wichtigsten Mineralstoffen und Salz auf der Weide steht, ist es unseren Tieren draussen so richtig wohl.

Der Menüplan im Winter

Im Winter, wenn die Weideperiode vorbei ist, frisst unsere Herde im Stall an der Futterkrippe eingelagertes Gras in verschiedenen Variationen und Silomais. Während der Sommermonate haben wir das Gras auf unseren Kunstwiesen - eine frisch angesäte Wiese nach einer Ackerkultur - geschnitten und danach entweder getrocknet oder siliert. Dieses Futter dient als Winterreserve und wird von den Kühen sehr gerne gefressen. Von Heu und Emd spricht man, wenn das geschnittene Gras an der Sonne getrocknet und danach entweder zu Heuballen gepresst oder lose auf dem Heustock gelagert wird. Heu entsteht aus dem ersten Wiesenschnitt und Emd aus dem zweiten. Heu ist meist etwas gröberes Futter, da es viele Pflanzenstängel enthält. Doch die Kühe mögen es, auch wenn sie etwas mehr kauen müssen. Im Gegensatz dazu ist Emd ein sehr feines Futter mit viel Blattmasse. Für die Kühe ist gutes Emd wie knuspriges Dessert, davon können auch unsere kleinsten Kälber nicht genug kriegen. Solange es auf dem Heustock noch Platz hat, bringen wir das Heu oder Emd mit dem Ladewagen ins Tenn (Scheune) und verteilen es dann mit dem Heukran. Nun wird es von unten mit einem grossen Ventilator belüftet und kann so die restliche Feuchtigkeit abgeben, damit es lagerfähig wird und schmackhaft bleibt.

Silage - Sauerkraut für Kühe

Auf unserem Betrieb werden die Wiesen vier- bis fünfmal pro Jahr geschnitten. Ist der Sommer sehr trocken und heiss wie dieses Jahr, kann es vorkommen, dass ein oder sogar mehrere Schnitte ausfallen. Um die Futterlager für den Winter zu füllen, müssen wir in solchen Fällen Futter zukaufen. Der erste Schnitt (im April oder Mai) und häufig auch der letzte Schnitt im Herbst werden siliert, weil es in diesen Phasen häufig regnet und die Schönwetterperioden kurz sind. Das heisst, das Gras wird nach dem Schnitt nur kurz angetrocknet, zu Ballen gepresst und danach in Silofolie gewickelt. Silage steht bei unseren Kühen vor allem deshalb auf dem Menüplan, weil das Gras in einem Tag eingeführt werden kann. Beim Heuen braucht es mindestens zwei schöne Tage, damit das Gras richtig trocken ist. Weil in den Ballen kein Sauerstoff ans Gras kommt, findet eine Art Gärung statt, ähnlich wie bei der Sauerkrautherstellung. Nach ein paar Wochen ist die Grassilage fertig und kann verfüttert werden. Gut konservierte Silage schmeckt den Kühen sehr. Das feuchte, säuerlich riechende Gras ist eine gern gefressene Abwechslung zu Heu und Emd. Nebst dem Wiesenfutter fressen unsere Kühe im Winter auch Maissilage. Die Energiebombe ist vor allem für die Kälber eine optimale Menüplanergänzung. Im Oktober, wenn die Maiskolben reif sind und bevor die Maisblätter abdorren, wird der Mais geerntet. Stängel, Kolben und Blätter, alles wird gehäckselt und in Siloballen gelagert. So bleibt der Mais haltbar und dient den Tieren im Winter als Futter.

Silofreie Fütterung für Käse

Nebst Mutterkühen und Kälbern mögen auch Milchkühe, Ziegen, Schafe und andere Wiederkäuer Silage sehr gerne. Aber Silage ist nicht in jeder Fütterung gestattet. Wird aus der Milch Rohmilchkäse wie Emmentaler AOP, Gruyère AOP und Sbrinz AOP hergestellt, besteht der Menüplan der Milchkühe hauptsächlich aus Gras und Heu. Der Grund: Wird den Kühen Silage gefüttert, enthält die Milch sogenannte Buttersäurebakterien. Diese vermehren sich während der Käseproduktion und führen zu Fehlgärungen. Daraus entsteht Käse mit unerwünschten Löchern und einer schlechten Geschmacksnote.
Übrigens: In keinem andern Land wird so viel Rohmilchkäse produziert wie in der Schweiz. Rund die Hälfte des Schweizer Käses ist Rohmilchkäse. Auch deshalb haben Heu und Emd einen wichtigen Stellenwert in der Schweizer Milchproduktion.


Futter auf der Alp

Ein Teil unserer Herde verbringt den Sommer auf der Alp. Dort fressen die Kühe den ganzen Tag auf den Weiden. Die Winterfutterproduktion ist in den höheren Bergen meist nicht möglich, weshalb unsere Kühe im September wieder nach Hause auf den Talbetrieb kommen. Um ihnen die Futterumstellung leichter zu machen, wird der Menüplan langsam an die Winterfütterung angepasst. Das heisst, solange auf den Wiesen noch genügend Gras wächst, werden sie draussen weiden. Nach und nach erhalten sie dann im Stall Heu und Maissilage. So können sich die Bakterien im Verdauungstrakt an die Futterumstellung gewöhnen und das Futter optimal verwerten.


Diesen Sommer war unsere Mutterkuhherde übrigens zum ersten Mal auf der Alp. Was sie dort erwartete und wozu die Alpung gut ist, erfährst du in diesem Beitrag.

Barbara H.
18. Sep 2018

Jetzt brauchen die Kühe noch Hörner und es wird besser!

StadtLand-Redaktion

Liebe Barbara
Ich verstehe deinen Einwand. Das Enthornen ist eine Massnahme zur Unfallverhütung. Es vermindert die Verletzungsgefahr für die Tiere (Rangkämpfe) und für die Betreuer. Horntragende Kühe benötigen speziell konzipierte Ställe mit extra viel Platz und geeigneten Fressplätzen. Wir haben einen sehr alten Stall, der diesen Ansprüchen nicht entspricht. Darum haben wir uns für das Enthornen entschieden. Jeder Landwirt entscheidet dies übrigens selber, abhängig von seiner individuellen betrieblichen Situation.
Herzliche Grüsse, Fanny

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