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Alle wollen sie tütschen: Wichtiger noch als das geliebte Eier-Suchen ist ihnen das Siegen-Wollen. Ich kenne meine Pappenheimer! Auch beim diesjährigen Osterei-Tütschen im ganz kleinen Kreis setzt meine Familie auf hochwertige Eier mit harter Schale (mit Siegerschale!) und weichem Kern. Die Eier ihrer Wahl sollen im übertragenen Sinn auch innere Qualitäten aufweisen: eine glückliche Herkunft.

Also habe ich mich auf die Suche nach dem perfekten Osterei gemacht. Hier kommst du, lieber Leser, lieber Leserin, ins Spiel: Ich möchte meine Recherche-Erkenntnisse mit dir teilen. Allein schon deshalb, weil mir das Vermeiden von Food Waste am Herzen liegt – und weil wir alle mithelfen können, Lebensmittelverschwendung zu vermeiden. Sie kommt in den besten Familien vor, z. B. nach Ostern, wenn getütschte Eier herumliegen: Viel Getütsche, zu viele angebrochene Eier und danach ... mag sie plötzlich keiner mehr essen. Ich verrate euch gluschtige Rezepte, damit die Eier nicht im Abfall landen.

Food Waste vermeiden

Mein Fazit: Wenn ich an Ostern Eier haben will, dann möchte ich sie auch danach nicht verachten – weder im Handel noch im eigenen Haushalt. Wie soll ich nun vorgehen, wenn alle gerne Eier tütschen, aber nicht alle ihre Eier essen wollen? Wenn ich zugleich auch nicht tagelang einsam Eiersalat verspeisen möchte? Wenn ich tierische Produkte mit Respekt geniessen und keine einwandfreie Nahrung fortwerfen will? 

Das raten die Profis

Dazu habe ich zwei Profis um Rat gebeten: Andreas Gloor, Agraringenieur und Geflügelexperte, sowie Mirko Buri, Koch, Küchenchef und bekannter Food-Waste-Vermeider. Ich fragte sie, wie wir Eier korrekt kochen und Lebensmittelverschwendung vermeiden können. Das sind ihre Ratschläge:

Elf Tipps für perfekte Ostereier und gegen Food Waste:

1. Kaufe Schweizer Eier: Denk ans Tierwohl und verzichte auf billige Importeier.

2. Plane auf lange Dauer: "Kaufe nur so viel wie nötig. Berechne mit ein, dass man zu Ostern meist noch weitere Eier geschenkt bekommt", rät Food-Waste-Vermeider Mirko Buri.

3. Beachte die lange Haltbarkeit:Rohe Eier sind wahre Mini-Konserven. Sie haben einen natürlichen Selbstschutz. Darum dürfen Eier ab Legedatum während 21 Tagen ungekühlt verkauft werden (Verkaufsdatum). Nach dieser Zeit sollten sie im Kühlschrank gelagert werden. Selbst wenn das Verkaufsdatum verstrichen ist, sind sie noch mindestens weitere sieben Tage garantiert haltbar (Mindesthaltbarkeitsdatum). Du kannst sie aber bedenkenlos noch eine weitere Woche geniessen. Das ergibt im Ganzen 35 Tage.

4. Lagere die Eier richtig: Am längsten haltbar sind Eier, wenn du sie nach dem Kauf im Kühlschrank lagerst. Vermeide Temperaturschwankungen und eine Lagerung an einem warmen Ort, beides verringert die Haltbarkeitsdauer.

5. Achte auf intakte Eier: Verarbeite nur intakte Eier zu Ostereiern. Verwende Eier mit Schalenmängeln zum Kochen oder Backen. Geht dennoch mal eine Schale beim Kochen kaputt, geniesse das Ei innert ein, zwei Tagen zum Salat oder als Eier-Sandwichs.

6. Sorge für gute Schälbarkeit: Ganz frische Eier lassen sich nach dem Kochen schlecht schälen. Das Eiweiss klebt an der Innenhaut der Schale. Wenn du sie ein bis zwei Wochen nach dem Legedatum kochst, lassen sie sich einfach schälen. Das Legedatum ist auf jedem Ei aufgedruckt, ausser natürlich, wenn du sie direkt beim Bauern kaufst.

7. Gekonnt kochen: Die Eier vor dem Kochen nicht anstechen, denn durch das Loch können später Keime eindringen. Wähle am besten gleich grosse Eier, weil die Kochzeit je nach Ei-Grösse variiert. Am besten heizt du die Eier zusammen mit handwarmem Hahnenwasser in der Pfanne auf. Wenn das Wasser siedet, wird die Zeit gemessen, bei mittelgrossen Eiern genügen rund sechs Minuten Kochzeit. Am Ende der Kochzeit sollte der Dotter deines Ostereies eine noch wachsweiche Konsistenz haben. Denn: Eier härten noch nach, wenn sie kalt werden. Kochst du sie härter als wachsweich, wird der Dotter nach dem Erkalten unangenehm mehlig-trocken.

8. Nicht abschrecken: Gekochte Eier solltest du grundsätzlich nicht abschrecken, weil ansonsten im Ei ein Unterdruck entsteht. So können Wasser und darin enthaltene Keime durch die Schalenporen eingesogen werden.

9. Vermeide grüne Dotterränder: Je länger Eier gekocht werden und je älter sie sind, desto eher entsteht beim Kochen ein grüner Dotterrand. Denn die Dotterhaut wird durchlässiger und das Eisen im Dotter kann mit dem Schwefel im Eiklar reagieren. Geschmacklich sind die Eier jedoch einwandfrei und unbedenklich, iss sie also trotz Schönheitsfehlern mit Genuss.

10. Lagern und Weiterverwerten:Selber gefärbte Eier sollte man spätestens eine Woche nach dem Kochen im Kühlschrank aufbewahren. Angetütschte Eier sind im Kühlschrank noch mehrere Tage haltbar. Verlasse dich dabei auf deine Sinne und den gesunden Menschenverstand: Wenn sie gut riechen und normal aussehen, kannst du sie bedenkenlos essen.

11. Rezept von Mirko Buri ausprobieren! "Ultra einfacher" Tipp von Food-Waste-Vermeider Mirko Buri: "Eier schälen, in Würfel schneiden, mit Mayonnaise, Magerquark, Senf, Salz und Pfeffer mischen, auf geröstete Toastscheiben geben, Schnittlauch drüber – und geniessen!"

Hier gehts zu weiteren gluschtigen Eier-Rezepten:

Ein Rezept für feine Eier-Sandwiches

Zum Rezept für gefüllte Eier

No Food Waste und fein: Rezepte mit Ostereiern

Ich wünsche heiteres Tütschen, än Guäte und fröhliche Ostern!

In Zusammenarbeit mit

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